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Humanitäre Hilfe - Persönliche Berichte

Am Freitag, 8.5.26, trafen sich einige Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klasse in der 6. und 7. Stunde im SLZ und hörten Vorträge von Markus Bremers (Pressesprecher bei Action Medeor) und Ana Hita, einer Geflüchteten jungen Frau aus dem Iran. Selbstverständlich war Johnny, der für die Auslands- und Katastrophenhilfe für die Freie Evangelische Gemeinde in Uedem alles organisiert und die gespendeten Hilfsgüter in die bedürftigen Länder fährt, auch dabei.

Humantitäre Hilfe Teil 2 2026


Markus Bremers stellte uns die Arbeitsbereiche, Infrastruktur, den Beginn von Action Medeor und bereits durchgeführte Hilfsaktionen vor. Darunter waren zum Beispiel gefährliche, aber lebensnotwendige Lieferungen an Krankenhäuser in der Ukraine, nur wenige Tage nach Beginn des Angriffskriegs durch Russland. Des Weiteren sorgt die Organisation für den Wiederaufbau der medizinischen Infrastruktur in Schwellenländern, wie zum Beispiel in Afrika. Nach dem ersten Abschnitt lud uns Markus Bremers auch netterweise zum Standort von Action Medeor nach Tönisvorst ein, um sich dort noch ein genaueres Bild verschaffen zu können.

Humantitäre Hilfe Teil 2 2026
Humantitäre Hilfe Teil 2 2026

Danach folgte ein Vortrag von Ana Hita. Dieser handelte von ihrer bewegenden Geschichte und Flucht aus dem Iran nach Deutschland. Hierbei erfuhren wir einiges über die Zustände im Iran vor dem Krieg der USA. Dazu gehörten Proteste vieler Frauen, welche gegen die Regierung und ihren Umgang mit Frauen, die ihren Hijab nicht tragen wollten, protestierten. Zu den Protestierenden gehörte auch Ana Hita. Aufgrund der Überwachung und Bedrohung der örtlichen Polizei konnte ihre Familie dann nicht mehr nach Hause zurückkehren. Sie wurden gewarnt und nahmen ihr gesamtes Erspartes und verkauften alles, was möglich war, um aus dem Iran ausreisen zu können. Nach einigen dramatischen Wochen, in denen sie sich in einem Haus verstecken mussten, ging die Flucht aus dem Iran los. Zuerst flogen sie nach Italien, von da aus ging es dann mit dem Bus nach Deutschland. In Deutschland sollte aber eigentlich noch nicht die Endstation sein. Als sie am Flughafen angekommen waren, wollten sie mit dem Flieger nach England. Da ihre Kontaktperson mitsamt ihren Pässen und dem Geld verschwunden war, musste die Reise dann doch in Deutschland enden.

Ohne jegliche Asylbewerbung, ihre Pässe oder Sprachkenntnisse waren sie hier gestrandet. Nach etwas Hilfe von Fremden, einigen Umzügen und sehr viel Bürokratie, landete Ana Hita in Uedem. Sie erzählte uns, dass sie in den drei Jahren in Deutschland völlig selbstständig die Sprache gelernt hat und sich gerade für den Einbürgerungstest vorbereitet. Ihren Führerschein musste sie neu machen, da der Führerschein aus dem Iran hier nicht anerkannt wurde. Außerdem studierte sie fünf Jahre lang im Iran Architektur und war fast am Ende ihres Studiums. Doch auch dieses Studium wurde ihr hier nicht angerechnet, da sie es im Iran nicht vollständig hatte abschließen können. Somit orientierte sie sich neu und ist momentan im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung.

Humantitäre Hilfe Teil 2 2026
Auf die beiden sehr interessanten Vorträge folgte eine Fragerunde, in der die Schüler weitere eigene Fragen stellen konnten.

Zum Schluss möchten wir einen großen Dank an Frau Rivera richten, da sie sich um die ganze Organisation gekümmert hat. Selbstverständlich danken wir auch Ana Hita, Markus Bremers und Johnny, die sich die Zeit genommen haben, um von sich und ihren persönlichen Geschichten zu erzählen.