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Vom Leben zum Abschied: Ein Schultag beim Bestatter

Am 17.6.2026 unternahm unser evangelischer Religionskurs mit Frau Rivera eine Exkursion zu dem Bestattungsunternehmen „Trauerhilfe Niederrhein“ in Bedburg-Hau. Ziel war es, einen realistischen Einblick in den Umgang mit Tod, Trauer und der Bestattungskultur zu erhalten.

Zu Beginn besuchten wir einen nahegelegenen Friedhof, wo uns verschiedene Grabarten sowie deren Pflege und verschiedene Traditionen einer Bestattung vorgestellt wurden. Anschließend konnten wir der Trauerbegleiterin Ivonne Aunkhofer Fragen zu ihrem Beruf stellen. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass der Beruf heute zunehmend auch von Frauen ausgeübt wird. Um Bestatter zu werden, absolviert man eine dreijährige Ausbildung, an welche man anschließend noch eine Ausbildung zum Meister dranhängen kann.

Schultag beim Bestatter 2026
Besonders interessant waren die Einblicke in die Abläufe nach einem Todesfall: von der Überführung des Leichnams, welche vom ersten Abholen am Todesort über das Waschen, Versorgen der Wunden oder auch Präparieren bis hin zum Schminken gehen kann. Hierfür könnte sogar extra wasserfestes Make-up genutzt werden. Auch über die Organisation der Beerdigung sowie über rechtlichen Vorgaben wie das Erhalten des Leichenpasses oder das Transportieren in der Grenzregion und über eine Landesgrenze wurde gesprochen. Hättet ihr gedacht, das man für Leichen, welche man weiter als 30 km transportiert, einen extra Pass braucht? So etwas kommt häufiger bei Todesfällen im Ausland vor. Auch die Kosten einer Bestattung sowie Unterschiede zwischen den Bundesländern wurden thematisiert.

Neben den theoretischen Informationen durften wir auch praktische Eindrücke sammeln, etwa beim Anschauen eines Bestattungswagens und eines Sarges. Der Bestatter und die Bestatterin berichteten zudem von persönlichen Erfahrungen, die uns die emotionale Seite des Berufs näherbrachten. Ihre Geschichten, wie sie zu diesem Beruf kamen, wie sie mit Situationen und Erlebnissen umgehen, die sie persönlich doch mehr mitgenommen haben, waren tiefgreifend und brachten uns zum Nachdenken. Was uns als Kurs besonders interessiert hat, war die Frage, ob der Beruf ,,Bestatter" die Perspektive auf das Leben verändert. Und die Antwort war ,,Ja“. Hier bekamen wir von ihnen daher die Tipps, nicht in einem Streit auseinanderzugehen und das Leben im Hier und Jetzt zu genießen. Denn man kann nie vorraussehen, wann der letzte Tag ist. Wir wurden dran erinnert, jeden Tag und auch die kleinen manchmal so unwichtig scheinenden Teile eines Tages wertzuschätzen und uns auch an diesen Dingen, zu erfreuen.

Schultag beim Bestatter 2026
Zuletzt besuchte uns auch noch Frau Neubert, evangelische Pfarrerin aus Goch, um von ihren Erlebnissen im Bezug auf die Aufgabe der kirchlichen Trauerbegleiterin zu berichten. Mit Glaube und Hoffnung steht sie den Trauernden bei und begleitet sie durch die Zeit bis zur Beerdigung oder auch darüber hinaus. Sie gibt den Angehörigen Tipps und geht einfühlsam auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ein.

Schultag beim Bestatter 2026
Die Exkursion hat gezeigt, dass der Beruf des Bestatters vielseitig ist und neben organisatorischen Aufgaben auch viel Einfühlungsvermögen erfordert. Für viele von uns war es eine neue und nachdenklich stimmende Erfahrung.
 

Emily van Sambeck (10a)